Der Deregulierungsvorschlag - ein Desaster für Wahlfreiheit und Vorsorgeprinzip - muss im letzten Schritt noch vom EU-Parlament angenommen werden. (Bild: Laura Mazzei, Unsplash)

Medienmitteilung: Deregulierung der neuen Gentechnik in der EU schreitet voran

Zürich, 21. April 2026 — Heu­te fand eine for­mel­le Abstim­mung ohne Dis­kus­si­on am Tref­fen der Aus­sen­mi­ni­ster in der EU statt, der die Tri­log-Ergeb­nis­se zur Dere­gu­lie­rung der neu­en Gen­tech­nik bei Pflan­zen erneut bestä­tigt hat. Die fina­le Abstim­mung im EU-Par­la­ment fin­det am 19. Mai 2026 statt. Erst dann ist klar, ob die Ver­ord­nung wie vor­ge­se­hen umge­setzt wird oder nicht. Die Schwei­zer Alli­anz Gen­tech­frei kri­ti­siert die aktu­el­le EU-Vor­la­ge scharf, da weder Risi­ko­prü­fung, Regeln für den Anbau noch eine durch­ge­hen­de Kenn­zeich­nung vor­ge­se­hen ist.

 

Finale Abstimmung ausstehend

Am 5. Dezem­ber 2025 sind die Tri­log-Ver­hand­lun­gen zur Dere­gu­lie­rung der neu­en Gen­tech­nik bei Pflan­zen in der EU zu einem Kom­pro­miss gekom­men. Seit­her haben ver­schie­de­ne for­mel­le Abstim­mun­gen in klei­ne­ren Gre­mi­en statt­ge­fun­den, um die Bestä­ti­gung der Ergeb­nis­se im Ple­num des EU-Par­la­ments vor­zu­be­rei­ten. Im Par­la­ment ist die fina­le Abstim­mung aus­ste­hend und auf den 19. Mai 2026 geplant. Vor­aus­sicht­lich wird es zu meh­re­ren Punk­ten noch Ände­rungs­an­trä­ge und Dis­kus­sio­nen geben.

Heu­te wur­de das Ergeb­nis wäh­rend dem Tref­fen der Aus­sen­mi­ni­ster noch­mals bestä­tigt. Dies ist jedoch nicht die fina­le Abstim­mung. «Erst wenn das Par­la­ment im Ple­num über die Ver­ord­nung abstimmt, wis­sen wir, ob der Ver­ord­nungs­vor­schlag zur Dere­gu­lie­rung der neu­en Gen­tech­nik in der EU umge­setzt wird», erklärt Natio­nal­rä­tin und Prä­si­den­tin der Schwei­zer Alli­anz Gen­tech­frei Mari­on­na Schlat­ter.

 

Ein Vorschlag ohne Rückgrat

«Der aktu­el­le Vor­schlag ist inak­zep­ta­bel. Das Vor­sor­ge­prin­zip, Grund­la­ge des Umwelt­rechts in der EU, wie auch der Schweiz, wird unge­nü­gend umge­setzt und die Wahl­frei­heit mas­siv ein­ge­schränkt», hält Mari­on­na Schlat­ter fest.

Wenn der aktu­el­le Ver­ord­nungs­vor­schlag in der EU umge­setzt wird, wür­de die gros­se Mehr­heit von Pflan­zen aus neu­er Gen­tech­nik ohne Risi­ko­prü­fung, ohne Regeln für den Anbau und ohne durch­ge­hen­de Kenn­zeich­nung vom Saat­gut bis zum End­pro­dukt zuge­las­sen.

Für Kon­su­ment und Kon­su­men­tin ist es heut­zu­ta­ge selbst­ver­ständ­lich, dass Schwei­zer Lebens­mit­tel gen­tech­nik­frei sind. «Gen­tech­frei hat sich als Allein­stel­lungs­merk­mal von Schwei­zer Pro­duk­ten im Absatz­markt des In- und Aus­lands eta­bliert, so etwa in der Käse­indu­strie», so Clau­dia Vader­na, Geschäfts­lei­te­rin der Schwei­zer Alli­anz Gen­tech­frei.

Die Schwei­zer Alli­anz Gen­tech­frei setzt sich für ein viel­fäl­ti­ges Land­wirt­schafts- und Ernäh­rungs­sy­stem ohne Gen­tech­nik ein. Eine Gesetz­ge­bung in der Schweiz nach Vor­bild der EU, lehnt sie ent­schie­den ab.

 
 
Wei­te­re Aus­künf­te:
 

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