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Nukleotide sind die chemischen Bausteine der Nukleinsäuren. Die Nukleotidsequenz der DNA speichert die genetische Information und lässt sich durch ein molekularbiologisches Analyseverfahren, die Sequenzierung, bestimmen. In den Strängen der DNA (Desoxyribonuclein acid) oder deutsch DNS (Desoxyribonukleinsäure) bestehen die Nukleotide aus einem Basen- und einem Zuckeranteil sowie einer Phosphatgruppe. Der Zucker- und Basenanteil der Nukleotide in der DNA unterscheidet sich von dem in der RNA. Wie der Name schon nahelegt, wird in der DNA Desoxyribose, in der RNA (Ribonukleinsäure) hingegen Ribose verwendet. Sowohl DNA als RNA enthalten die Basen Adenin, Guanin und Cytosin. Anstelle des Thymins als viertes Element wird in der RNA Uracil eingesetzt. Die Abfolge der Nukleotide einer Nukleinsäure ergibt die Nukleotidsequenz, wobei die einzelnen Basen mit ihren Anfangsbuchstaben symbolisiert werden (zB. GCTATA). Anhand dieser Abfolge können Forscher die Funktionen bestimmter DNA-Abschnitte besser verstehen und so zur Entschlüsselung der Erbinformation (Genom) beitragen.

Das lateinische norma bedeutet «Richtschnur», «Massstab», «Richtlinie». Wir sind von Normen umgeben. Es gibt Verhaltensnormen, Rechtsnormen oder eben auch Vermarktungsnormen für Gemüse, Früchte, Obst und Wurzeln. Das meiste wird in drei Klassen gegliedert: die Extraklasse, die erste und die zweite Klasse. Früher durfte eine Gurke der Extraklasse zum Beispiel in der EU auf zehn Zentimeter, höchstens einen Zentimeter Krümmung aufweisen. In der Schweiz sind die Qualitätsnormen keine gesetzliche Vorschrift, werden aber von verschiedenen Branchen festgelegt und kontrolliert.

Derzeit werden in der Pflanzenzucht viele neue gentechnische Methoden erprobt. Bisher wurden bei Genmanipulationen artfremde Gene in die Zielpflanze eingeführt. Der Bt-Mais zum Beispiel enthält die DNA des Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis, das ein Gift gegen Schädlinge produziert. Bei den neuen Verfahren wird direkt in den DNA-Strang eingegriffen oder in die Genregulierung. Die Gentechlobby fordert, dass die neuen Verfahren nicht dem Gentechnikgesetz unterstellt werden, was die Hersteller von Risikofolgeabschätzungen befreien würde. Das Bundesamt für Landwirtschaft muss aktuell bei 20 neuen Verfahren entscheiden, ob diese unter das Gentechnikrecht fallen oder nicht.

Externer Link: Über die neuen gentechnischen Methoden

Die «Neue Allianz für Ernährungssicherheit in Afrika» (kurz: «Neue Allianz») ist eine Kooperation zwischen den G8-Staaten, Akteuren aus der Privatwirtschaft und afrikanischen Regierungen. Internationale Grosskonzerne, die sich an der Allianz beteiligen, sind unter anderem Yara, Monsanto, Cargill, Mimran, Syngenta und Dupont. Eingeführt wurde die «Neue Allianz» auf dem G8-Gipfel im Jahre 2012 in Camp David (USA). Ihr Ziel ist, bis 2020 50 Millionen Afrikaner von Hunger und Armut zu befreien. Die Menschenrechtsorganisation FIAN kritisiert, dass die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, sowie die afrikanische Zivilbevölkerung bislang nicht in die Strategien einbezogen wurden, dass die Entscheidungen intransparent seien und vorab die Firmen und die G8-Staaten – auf Kosten der afrikanischen Staaten – profitierten. Aus diesen Gründen ist Frankreich im Februar 2018 aus der Allianz ausgetreten.

 

Externer Link: Kritik FIAN

Neonicotinoide sind Insektizide, deren künstlich hergestellter Wirkstoff die Nervenzellen von Insekten schädigt. Die Mittel, die in Neonicotinoiden enthalten, sind seit vielen Jahren in Verruf, weil sie mit dem Bienensterben in Zusammenhang gebracht werden. Im Jahr 2013 verhängte die EU-Kommission ein Moratorium für drei Neonicotinoide. Auch die Schweiz zog nach. Allerdings könnte das Moratorium in der EU dieses Jahr bereits wieder gelockert werden. Ein im März publizierte UN-Bericht kritisierte den Pestizidgebrauch grundsätzlich und fordert eine Umkehr zu einer ökologischen Landwirtschaft.

Externer Link: UN-Bericht über Pestizidgebrauch

Auch risikobasierter Ansatz genannt, ist das Nachsorgeprinzip eine Herangehensweise, bei der Risikobewertung von Produkten, die vor allem in den USA bevorzugt wird. Während in der EU das Vorsorgeprinzip gilt, nach dem Produkte erst zugelassen werden, wenn keine Zweifel mehr daran bestehen, dass sie unbedenklich sind, tritt dort ein Produkt weniger streng reguliert in den Markt ein, und erst wenn sich in der Anwendung herausstellt, dass Menschen oder die Umwelt Schäden davontragen, wird es vom Markt genommen und der Hersteller verklagt. Ein Produkt kann aber erst verboten werden, wenn Einigkeit besteht, dass es gesundheitliche Risiken birgt (sog. „Proof of Harm“). Da wissenschaftliche Studien häufig zu unterschiedlichen und nicht eindeutigen Ergebnissen führen, ist es oft schwierig, ein neues Produkt zu verbieten.