Wirtschaftliche Interessen einiger weniger Konzerne dürfen nicht über das öffentliche Interesse an Wahlfreiheit und eine unabhängige, vielfältige, nachhaltige und patentfreie Landwirtschaft gestellt werden. (Fotos: Unsplash)

Deregulierung der neuen Gentechnik: Konzerne gewinnen, Konsument:innen verlieren

Mit der Dere­gu­lie­rung neu­er gen­tech­ni­scher Ver­fah­ren hat die EU einen weit­rei­chen­den Ent­scheid gefällt. Für die Agrar­kon­zer­ne bedeu­tet er vor allem eines: Pro­fit­aus­sich­ten. Für Land­wirt­schaft, Züch­tung und Kon­sum dro­hen hin­ge­gen mehr Paten­te, weni­ger Wahl­frei­heit und eine wei­te­re Kon­zen­tra­ti­on der Markt­macht.

Die Locke­rung der Vor­schrif­ten ist kein Zufall. Seit Jah­ren setzt sich die Gen­tech­lob­by und die damit ver­ban­del­te Indu­strie dafür ein, dass Pflan­zen aus neu­en gen­tech­ni­schen Ver­fah­ren von zen­tra­len Schutz­be­stim­mun­gen im Sin­ne des Vor­sor­ge­prin­zips aus­ge­nom­men wer­den. In der EU wer­den nun unter ande­rem Risi­ko­prü­fung, Rück­ver­folg­bar­keit und Kenn­zeich­nung abge­schafft. Aktu­ell häu­fen sich Medi­en­be­rich­te, die bestä­ti­gen, dass die Dere­gu­lie­rung allen vor­an den Inter­es­sen der Agrar­in­du­strie ent­ge­gen­kommt. Unter­schrei­ben Sie jetzt unse­ren Appell, um sicher­zu­stel­len, dass die Gen­tech­lob­by hier­zu­lan­de nicht den Ton angibt!

Wil­le der Konsument:innen wird gekonnt igno­riert

Vie­le Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten möch­ten bewusst auf Gen­tech­nik ver­zich­ten, wie sich in Umfra­gen wie­der­holt zeig­te. Sie wür­den beim Ein­kau­fen also nach gen­tech­nik­frei­en Pro­duk­ten grei­fen. Mit dem Weg­fall der Kenn­zeich­nungs­pflicht bei Pro­duk­ten aus gen­tech­nisch ver­än­der­ten Pflan­zen wird ihre Wahl­frei­heit nun jedoch abge­schafft. Sie wer­den kei­ne Chan­ce mehr haben, zu erken­nen, wo Gen­tech­nik drin­steckt und wer­den somit prak­tisch gezwun­gen, gen­tech­nisch ver­än­der­te Pro­duk­te zu kau­fen – ganz im Inter­es­se der Gen­tech­in­du­strie!

Pro­fit­in­ter­es­sen rund um Paten­te an erster Stel­le

Der zen­tra­le wirt­schaft­li­che Anreiz hin­ter der neu­en Gen­tech­nik sind Paten­te auf die Tech­no­lo­gie, ihre Anwen­dun­gen und Pro­duk­te. Denn anders als bei der klas­si­schen Pflan­zen­züch­tung kön­nen gen­tech­nisch ver­än­der­te Eigen­schaf­ten umfas­send paten­tiert wer­den. Sol­che Paten­te rei­chen häu­fig weit über die eigent­li­che Erfin­dung hin­aus und kön­nen sich auch auf kon­ven­tio­nell gezüch­te­te Pflan­zen oder Wild­pflan­zen mit den­sel­ben Eigen­schaf­ten erstrecken. Die neue Gen­tech­nik wird sogar als tro­ja­ni­sches Pferd gebraucht, um natür­lich vor­kom­men­de Eigen­schaf­ten nach­zu­bau­en und sie anschlies­send als «Erfin­dung» paten­tie­ren zu las­sen.

Mit der wach­sen­den Anzahl an Paten­ten gera­ten Züch­tungs­un­ter­neh­men und Land­wir­ten­de zuneh­mend in Abhän­gig­keit weni­ger glo­ba­ler Kon­zer­ne. Der freie Zugang zu gene­ti­schen Res­sour­cen – eine Grund­vor­aus­set­zung für Züch­tungs­fort­schritt und somit unse­re Ernäh­rungs­grund­la­ge – wird ein­ge­schränkt. Die Fol­gen sind: weni­ger Wett­be­werb, schwin­den­de Viel­falt und eine wei­te­re Kon­zen­tra­ti­on des Saat­gut­mark­tes. Die Schwei­zer Alli­anz Gen­tech­frei zeigt die­se Zusam­men­hän­ge im Facts­heet «Paten­te» aus­führ­lich auf.

Wie stark wirt­schaft­li­che Inter­es­sen im Vor­der­grund ste­hen, zeigt auch die Reak­ti­on der Finanz­märk­te. In einem Bericht für Anle­ge­rin­nen und Anle­ger wird die EU-Ent­schei­dung aus Sicht des Che­mie­kon­zerns BASF so ein­ge­ord­net:

«Für die Agrar- und Che­mie­spar­te von BASF ver­än­dert das die Spiel­re­geln grund­le­gend. Das Unter­neh­men kann sei­ne Pro­duk­te nun in einem deut­lich freie­ren Markt­um­feld plat­zie­ren.»

Kaum ein Zitat macht deut­li­cher, wer zu den Gewin­nern der Dere­gu­lie­rung zählt.

Schweiz darf Feh­ler der EU nicht über­neh­men

Die Schweiz steht nun vor wich­ti­gen poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen. Auch hier­zu­lan­de machen Agrar­kon­zer­ne und Gen­tech­lob­by seit Jah­ren Druck für eine Dere­gu­lie­rung neu­er gen­tech­ni­scher Ver­fah­ren. Der Ver­ein «Sor­ten für mor­gen», der zahl­rei­che Orga­ni­sa­tio­nen der Saat­gut- und Agrar­bran­che ver­eint und sich seit sei­ner Grün­dung im Jahr 2021 für eine Locke­rung der Vor­schrif­ten ein­setzt, hat den EU-Ent­scheid aus­drück­lich begrüsst und sieht ihn als wich­ti­ge Ori­en­tie­rung für die Schweiz. Damit ver­tritt er eine Posi­ti­on, die sich weit­ge­hend mit den Inter­es­sen der inter­na­tio­na­len Agrar- und Che­mie­kon­zer­ne deckt.

Wer­den neue Gen­tech­nik­ver­fah­ren in der Schweiz eben­falls dere­gu­liert, dro­hen auch hier zusätz­li­che Abhän­gig­kei­ten für Land­wirt­schaft und Züch­tung. Die Arbeit von klei­ne­ren und mitt­le­ren Züch­tungs­un­ter­neh­men wird behin­dert und unse­re Wahl­frei­heit womög­lich zugun­sten der gros­sen Kon­zer­ne ein­ge­schränkt

Jetzt han­deln: Appell unter­stüt­zen – für Wahl­frei­heit und den Schutz von Schwei­zer Qua­li­tät

Wir dür­fen nicht zulas­sen, dass eine pri­mär von wirt­schaft­li­chen Inter­es­sen getrie­be­ne Locke­rung des Gen­tech­nik­ge­set­zes unse­re Wahl­frei­heit und die Schwei­zer Lebens­mit­tel­qua­li­tät gefähr­det.

Lebens­mit­tel aus EU-Gen­tech­pflan­zen wer­den nun ohne Kenn­zeich­nung an die Gren­zen der Schweiz gelan­gen. Ein Import hät­te schwer­wie­gen­de Fol­gen: Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten ver­lie­ren die Kon­trol­le dar­über, was auf ihren Tel­lern lan­det und die gen­tech­nik­freie Land­wirt­schaft wird bedroht.

Doch die Schweiz kann anders! Dar­um for­dern wir eine stren­ge Regu­lie­rung der neu­en Gen­tech­nik:

  • JA zu Kenn­zeich­nung
  • JA zur Risi­ko­prü­fung im Ein­zel­fall
  • JA zum Schutz der gen­tech­nik­frei­en Land­wirt­schaft

Unter­schrei­ben Sie jetzt den Appell , um das Recht auf Wahl­frei­heit ein­zu­for­dern und Schwei­zer Qua­li­tät vor Gen­tech­nik zu schüt­zen!

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Keine EU-Gentechnik in unseren Tellern!

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Ich mach mit:

Saatgut und Lebensmittel aus neuer Gentechnik könnten bald ohne Kennzeichnung und Risikoprüfung verkauft werden. Was halten Sie davon?

Damit wir wissen, was auf unseren Tellern landet, sammeln wir Stimmen aus der Praxis.

So geht's:

  1. Laden Sie den passenden Fragebogen herunter.
  2. Beantworten Sie 1-3 Fragen.
  3. Senden Sie uns Ihre Antworten, den Namen Ihres Betriebs und ein hochauflösendes Foto per Email an info@gentechfrei.ch.

 

Kurzumfrage für Akteur:innen aus den Bereichen:

 

Alternativ können Sie die Fragen als Word-Dokument anfordern: info@gentechfrei.ch.


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Fragen?
E-Mail an info@gentechfrei.ch oder 044 262 25 76.

Veranstaltung:

Zürich isst! Sichern Sie sich Ihr Ticket für unsere Filmvorführungen mit anschliessenden Podien!

Im September 2015 steht ganz Zürich im Zeichen von Ernährung, Umwelt und Genuss. «Zürich isst» bietet der Bevölkerung mit vielfältigen Veranstaltungen die Gelegenheit, sich mit Fragen einer nachhaltigen Ernährung auseinanderzusetzen. Zum Programm: www.zuerich-isst.ch. DIE ZUKUNFT PFLANZEN – BIO FÜR 9 MILLIARDEN       
23. September 2015, 18 bis 21.30, Riffraff Kino Zürich