Gene Drives: Europäisches Parlament für Vorsorgeprinzip. Bild: Wikimedia Commons

Europäisches Parlament fordert Verbot der Gene-Drive-Technologie

Das Euro­päi­sche Par­la­ment hat vor­ge­stern sei­ne vor­sorg­li­che Hal­tung gegen­über dem Ein­satz eines neu­en Gen­tech­nik­ver­fah­rens, dem Gene Dri­ve, bekräf­tigt. In einem Bericht zur EU-Bio­di­ver­si­täts­stra­te­gie für 2030, der am 08.06.2021 im Ple­num des Euro­päi­schen Par­la­ments ver­ab­schie­det wur­de, for­dert eine Mehr­heit des Par­la­ments, dass “im Sin­ne des Vor­sor­ge­prin­zips kei­ne Frei­set­zun­gen von gen­tech­nisch ver­än­der­ten Gene-Dri­ve-Orga­nis­men, auch nicht zu Natur­schutz­zwecken, zuge­las­sen wer­den soll­ten.”

Zudem zeigt sich das Euro­päi­sche Par­la­ment besorgt über die neu­en Her­aus­for­de­run­gen in den Berei­chen Recht, Umwelt, bio­lo­gi­sche Sicher­heit und Gover­nan­ce, die sich aus der Frei­set­zung gen­tech­nisch ver­än­der­ter Gene-Dri­ve-Orga­nis­men in die Umwelt, auch zu Natur­schutz­zwecken, erge­ben könn­ten. Da ihr Ein­satz die bio­lo­gi­sche Viel­falt schwer beein­träch­ti­gen könn­te, for­dert das Euro­päi­sche Par­la­ment, jeg­li­che Frei­set­zung in die Umwelt zu ver­schie­ben, bis die­se Fra­gen geklärt sind.

Marei­ke Imken, Koor­di­na­to­rin der euro­päi­schen Stop-Gene-Dri­ve-Kam­pa­gne begrüsst die­se Ent­schei­dung und kom­men­tiert: “Mit sei­ner heu­ti­gen Posi­ti­on erkennt das Euro­päi­sche Par­la­ment an, dass die­se Tech­no­lo­gie eine Rei­he von wis­sen­schaft­li­chen, regu­la­to­ri­schen, gesell­schaft­li­chen und ethi­schen Fra­gen und Beden­ken auf­wirft. Dies ist eine wich­ti­ge Bot­schaft, die in die lau­fen­den Dis­kus­sio­nen über glo­ba­le Rege­lun­gen beim näch­sten Tref­fen der Inter­na­tio­nal Uni­on for Con­ser­va­ti­on of Natu­re (IUCN) im Sep­tem­ber in Mar­seil­le und in die der Kon­ven­ti­on über die bio­lo­gi­sche Viel­falt im Okto­ber in Kun­ming, Chi­na, ein­flies­sen soll­te.”

Bereits im Janu­ar 2020 hat­te das Euro­päi­sche Par­la­ment die Kom­mis­si­on und die Mit­glied­staa­ten auf­ge­for­dert, “auf der COP15 ein glo­ba­les Mora­to­ri­um für Frei­set­zun­gen von gen­tech­nisch ver­än­der­ten Orga­nis­men in die Natur, ein­schliess­lich Feld­ver­su­chen, zu for­dern, um zu ver­hin­dern, dass die­se neu­en Tech­no­lo­gien vor­zei­tig frei­ge­setzt wer­den, und um das Vor­sor­ge­prin­zip zu wah­ren, das im Ver­trag über die Arbeits­wei­se der Euro­päi­schen Uni­on sowie im CBD ver­an­kert ist”.

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