Bündnis fordert Bundesrat auf sich für ein Gene-Drive-Moratorium zum Schutz der Biodiversität einzusetzen. Bild: Wikimedia Commons

Globales Gene-Drive-Moratorium: Bundesrat muss handeln

Ein Bünd­nis von 30 Orga­ni­sa­tio­nen for­dert den Bun­des­rat auf, sich bei der UNO Bio­di­ver­si­täts­kon­fe­renz für ein glo­ba­les Mora­to­ri­um auf die Frei­set­zung von Gene-Dri­ve-Orga­nis­men (GDO) ein­zu­set­zen. Das Ver­hand­lungs­man­dat der Schweiz, wel­ches Bun­des­rat und Ver­wal­tung aktu­ell erar­bei­ten, stellt wich­ti­ge Wei­chen für die Kon­fe­renz. Ein Mora­to­ri­um auf Gene Dri­ves ist zwin­gend nötig, um die Bio­di­ver­si­tät zu schüt­zen und die Land­wirt­schaft end­lich auf einen öko­lo­gi­schen Pfad zu brin­gen. Umden­ken ist ange­sagt – das zeigt die Coro­na-Kri­se ein­mal mehr.

Im Rah­men der Bio­di­ver­si­täts­kon­ven­ti­on CBD und der Welt­na­tur­schutz­uni­on IUCN wird in die­sem und im näch­sten Jahr an inter­na­tio­na­len Kon­fe­ren­zen auch über die Regu­lie­rung der syn­the­ti­schen Bio­lo­gie und damit die Gene-Dri­ve-Tech­no­lo­gie debat­tiert. Die gel­ten­den inter­na­tio­na­len Rege­lun­gen zu gen­tech­nisch ver­än­der­ten Orga­nis­men stos­sen bezüg­lich Gene Dri­ves an ihre Gren­zen und müs­sen drin­gend ange­passt wer­den. Das Euro­päi­sche Par­la­ment hat sich auf­grund der vie­len offe­nen Fra­gen bereits für ein glo­ba­les Mora­to­ri­um auf die Frei­set­zung von GDO in die Natur aus­ge­spro­chen. Die­ser For­de­rung schlos­sen sich welt­weit über 200 Orga­ni­sa­tio­nen an. Jetzt muss die offi­zi­el­le Schweiz nach­zie­hen: Sie kann an der Ver­trags­staa­ten­kon­fe­renz des Über­ein­kom­mens über die bio­lo­gi­sche Viel­falt COP 15 die Wei­chen für die welt­wei­te Regu­lie­rung von Gene Dri­ves ent­schei­dend mit­ge­stal­ten. Zusam­men mit einem gros­sen Bünd­nis von zivil­ge­sell­schaft­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen for­dern SWISSAID und die Schwei­zer Alli­anz Gen­tech­frei (SAG und ASGG) den Bun­des­rat auf, sich für ein Gene Dri­ve-Mora­to­ri­um zum Schutz der Bio­di­ver­si­tät ein­zu­set­zen und damit das Vor­sor­ge­prin­zip zu stär­ken.

Gene Dri­ves: Zer­stö­re­risch und unkon­trol­lier­bar

Gene Dri­ves sind die bis­lang gefähr­lich­ste Anwen­dung der neu­en gen­tech­ni­schen Ver­fah­ren, denn mit ihnen las­sen sich die Geset­ze der bio­lo­gi­schen Ver­er­bung umge­hen. Die gene­ti­sche Ket­ten­re­ak­ti­on, die sich der Gen­sche­re CRISPR/Cas bedient, wur­de ent­wickelt, um natür­li­che Popu­la­tio­nen gen­tech­nisch zu ver­än­dern. Die Anwen­dung soll ganz bewusst nicht auf das Labor oder den Acker beschränkt statt­fin­den, son­dern natür­lich vor­kom­men­de Arten ver­än­dern oder sogar aus­rot­ten. Gene Dri­ves sind inva­siv und unwi­der­ruf­lich – ihre Wirk­sam­keit jedoch zwei­fel­haft und nicht über­prüft. Die Risi­ken der Tech­no­lo­gie für Mensch und Umwelt sind heu­te noch weit­ge­hend uner­forscht. Ange­sichts ihrer Aggres­si­vi­tät und des enor­men Wir­kungs­ra­di­us könn­ten die Fol­gen einer Frei­set­zung für die Bio­di­ver­si­tät ver­hee­rend sein.

Viel­ver­spre­chen­des Geschäft für Agrar­mul­tis – Gefahr für die Mensch­heit

Die Agrar­mul­tis erhof­fen sich von die­ser Tech­no­lo­gie ein neu­es Geschäfts­feld. Risi­ken wer­den des­halb ver­harm­lost und eine stren­ge Risi­ko­prü­fung abge­lehnt. Sogar die For­schungs­an­stalt Agro­scope scheint sich die­sem Trend anzu­schlies­sen, wie eine vor kur­zem publi­zier­te Medi­en­mit­tei­lung zeigt, die mög­li­che Risi­ken negiert. Welt­weit schwin­det die Bio­di­ver­si­tät seit Jah­ren unge­bremst. Grund dafür ist auch die weit ver­brei­te­te, indu­stri­el­le Nah­rungs­mit­tel­pro­duk­ti­on, wel­che Öko­sy­ste­me aus­beu­tet und Lebens­räu­me zer­stört. Die Fol­gen die­ser Plün­de­rungs­wirt­schaft gefähr­den die Mensch­heit und begün­sti­gen die Aus­brei­tung schwe­rer Pan­de­mien, wie es das Coro­na­vi­rus gera­de der gan­zen Welt­ge­mein­schaft vor Auge führt. Die Schweiz soll­te kei­ne Tech­no­lo­gie för­dern, die von die­sem über­hol­ten Land­wirt­schafts­mo­dell unter­stützt wird.

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