Neue gentechnische Verfahren

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Modell einer CRISPR/Cas9 Editierung bei Streptococcus pyogenes, Bild: clipdealer

Gegenwärtig wird verstärkt über die kommerzielle Nutzung von neuen gentechnischen Verfahren bei der Züchtung von Pflanzen und Tieren diskutiert. Dabei handelt es sich um verschiedene Verfahren, wie beispielsweise die ZFN-, TALEN- oder CRISPR/Cas9-Technik, bei denen Gen-Scheren zum Einsatz kommen oder direkte Eingriffe in die Genregulierung vorgenommen werden.

Es bestehen widersprüchliche Rechtsauffassungen, ob diese Methoden in den Geltungsbereich der Gentechnik Gesetzgebung fallen oder nicht. Die Biotech-Industrie fordert, diese Verfahren von der Gentechnikregulierung auszunehmen. Zwei neue Gutachten in Deutschland kommen hingegen zum Schluss, dass diese Techniken unter den Geltungsbereich der EU-Gentechnik Gesetzgebung fallen.

Das Potential zur Veränderung des Erbgutes geht bei den neuen Techniken über das der bisherigen gentechnischen Verfahren hinaus. Die Grenzen der Machbarkeit und der Beeinflussung des Erbmaterials werden deutlich verschoben.

Die neuen gentechnischen Verfahren werden zunehmend auch zur genetischen Veränderung von Modelltieren für die Grundlagenforschung und von Nutztieren eingesetzt. Fachleute rechnen mit einem dramatischen Anstieg der Anzahl Gentech-Tiere.

 


News website Veranstaltungen Bild: Aurel Märki

Scientific uncertainties and the need for regulation

Vortragsreihe und Diskussion zu den neuen gentechnischen Verfahren in Basel, Bern und Neuchâtel

Die Experten*Innen Claire Robinson und Dr. Michael Antoniou berichten über die neuen gentechnischen Verfahren, deren wissenschaftlichen Unsicherheiten und die Gründe für die Risikobewertung und Regulierung. (Veranstaltungen auf Englisch)

  • Dienstag, 20. März, 18.15 Uhr: Hörsaal 001 Kollegienhaus Universität Basel, Petersplatz 1, 4051 Basel
  • Donnerstag, 22. März, 19.30 Uhr: Polit-Forum Bern (Käfigturm), Marktgasse 67, 3011 Bern
  • Freitag, 23. März, 17.30 Uhr: Unimail, Faculté de biologie, Auditoire Louis-Guillaume, 2000 Neuchâtel 

170927biodiversiDie Langzeitfolgen der neuen Gentechnik-Verfahren für die biologische Vielfalt sind nicht abschätzbar. Bild: Fotolia

Testbiotech veröffentlichte im Vorfeld einer Konferenz in Brüssel einen neuen Bericht über die Risiken neuer Gentechnik-Verfahren (Gene-Editing), bei denen u.a. die Gen-Schere CRISPR-Cas zum Einsatz kommt. Der Bericht zeigt, dass diese Risiken bisher längst nicht ausreichend verstanden sind. Um zu erreichen, dass die gentechnisch veränderten Organismen ohne Zulassungsprüfung und Kennzeichnung freigesetzt und vermarktet werden dürfen, werden die neuen Methoden von den Betreibern aber meist als sicher präsentiert. Vor diesem unkontrollierten Einsatz warnt Testbiotech mit Nachdruck.