Die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen in der EU konzentriert  sich auf den Anbau von Bt-Mais MON810 in Spanien. Dort sind die damit bewirtschafteten Flächen über mehrere Jahre gestiegen. 2014 gingen sie erstmals wieder zurück. Auf gv-Sorten entfallen in Spanien rund 30 Prozent der Maisproduktion. MON810-Mais - derzeit die einzige für den Anbau in der EU zugelassene gv-Pflanze - wurde 2014 noch in Portugal, Tschechien, Rumänien und der Slovakei angebaut. Im Durchschnitt aller 28 EU-Mitgliedstaaten ist der gv-Mais-Anteil mit 1,3 Prozent der Gesamtanbaufläche sehr gering. In Frankreich, Deutschland Österreich, Griechenland, Luxemburg und Ungarn ist der Anbau von MON810-Mais verboten. (Transgen, 26.01.15)

 

Quelle: Transgen, 26.01.15
http://www.transgen.de/anbau/flaechen_international/643.doku.html

Grüne Gentechnik in der EU: 
Fast nur in Spanien

Die Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen in der EU konzentriert  sich auf den Anbau von Bt-Mais MON810 in Spanien. Dort sind die damit bewirtschafteten Flächen über mehrere Jahre gestiegen. 2014 gingen sie erstmals leicht zurück. Auf gv-Sorten entfallen dort gut 30 Prozent der Maisproduktion. MON810-Mais - derzeit die einzige für den Anbau in der EU zugelassene gv-Pflanze - wurde 2014 noch in Portugal, Tschechien, Rumänien und Slovakei ausgebracht. Bezogen auf alle 28 EU-Mitgliedstaaten ist der gv-Mais-Anteil von 1,3 Prozent der Gesamtanbaufläche jedoch weiterhin gering.

Wie der gesamte Maisanbau in Spanien nahmen die mit gv-Sorten bewirtschafteten Flächen über Jahre kontinuierlich zu: Sie stiegen bis 2013 auf 137.000 Hektar, gingen 2014 um 4 Prozent auf etwa 131.000 ha zurück. Da der Maisanbau in Spanien insgesamt abnahm, blieb der Anteil der gv-Sorten nahezu konstant (2014: 31,1%, 2013:31,5 %). Besonders viel Bt-Mais steht auf den Feldern in Kastilien-La Mancha, Extremadura und Andalusien - Regionen, in denen der Schädlingsdruck durch Maiszünsler besonders hoch ist. In Katalonien entfallen 90 Prozent des Anbaus auf Bt-Mais.

In Portugal erreichten die Bt-Mais-Flächen 2012 ihr Maximum von 9.300 Hektar, gingen danach jedoch auf 8.100 Hektar zurück. 2014 erreichte die Fläche wieder gut 8.500 Hektar.

Auch in Tschechien bleibt der Anbau von MON810-Mais auf niedrigem Niveau. Kleinere Anbauversuche gibt es in Rumänien und der Slowakei. In Polen war zwar der Handel mit MON810-Saatgut verboten, es wurde aber aus den Nachbarländern eingeführt und 2012 auf einer Fläche von 4000 Hektar angebaut. Seit 2013 ist auch der Anbau von MON810-Mais in Polen verboten.

In Frankreich und Deutschland gelten weiterhin die 2008 bzw. 2009 von den Regierungen verhängten nationalen Anbauverbote für gentechnisch veränderten Bt-Mais (MON810). Beide Länder haben die nach EU-Recht erteilte Zulassung ausgesetzt. Französische Landwirte hatten 2007 Bt-Mais auf etwa 21.000 Hektar ausgesät, in Deutschland wurde 2008 auf etwas über 3.000 Hektar gv-Mais angebaut. Auch in Österreich, Griechenland, Luxemburg und Ungarn bleibt der Anbau von MON810-Mais verboten.

 

  
Anbau von gv-Mais in der EU in Hektar

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

Spanien

75.148

79.269

76.057

76.575

97.325

116.306

136.962

131.537

Portu- gal

4.500

4.851

5.094

4.868

7.723

9.278

8.171

8.542

Tsche- chien

5.000

8.380

6.480

4.680

5.090

3.080

2.560

1.754

Polen

320

3.000

3.000

3.000*

3.900

4.000*

-

-

Slowa- kei

900

1.900

875

1.248

760

189

100

415

Frank- reich

21.147

-

-

-

-

-

-

-

Deutsch- land

2.685

3.171

-

-

-

-

-

-

Rumä- nien

350

7.146

3.244

822

588

217

834

770

Summe
gv-Mais

110.050

107.717

94.750

91.193

115.386

133.679

 148.627

143.018

* Schätzungen

  
(Die Anbauzahlen für Spanien und Portugal stützen sich auf offiziellen Angaben der zuständigen Ministerien. In Portugal müssen Flächen für gv-Pflanzen in einem offiziellen Register angemeldet werden. - Weitere Quellen: Industrieverband EuropaBio, ISAAA, USDA / Foreign Agriculture Service, Grain Reports (2010, 2011, 2012, 2013, 2014); Anbau Deutschland: Standortregister des BVL)