Nanotechnologie

1.7.2014 | Nanotechnologie

 140701SCENIHR Nanosilber

Auf der Haut vermehren sich Bakterien in Anwesenheit von Schweiss schnell und verursachen unangenehme Gerüche. Mit Nanosilber kann eine antimikrobielle Wirkung erzielt werden, so dass Bakterien und Pilze in ihrer Vermehrung in den Textilien gehemmt werden. Bild: http://de.wikipedia.org.

Der wissenschaftliche Ausschuss der Europäischen Kommission zu neu auftretenden und neu identifizierten Gesundheitsrisiken SCENIHR (Scientific Committee on Emerging and Newly Identified Health Risks) hat eine ausführliche Bewertung von Nanosilber publiziert. Nanosilber wird insbesondere als keimtötende Substanz verwendet und wird heute bereits in zahlreiche Anwendungsbereichen kommerziell eingesetzt. Die Nanopartikel kommen vor allem in Lebensmittelverpackungen und Küchenutensilien, Textilien (wie Sportbekleidung, Socken, Unterwäsche), Haushaltsgeräten (wie Waschmaschinen, Computertastaturen oder Luftfiltern), Wandanstrichen (Lacke, Farben), Ausstattungen in öffentlich genutzten Bereichen (wie Rolltreppen, Einkaufswagen), Kosmetika und im medizinischen Bereich (wie in Pflastern oder Wundbehandlungen) zum Einsatz. Durch diese zunehmende Nutzung sind Mensch und Umwelt einer neuen Silberbelastung direkt und langfristig ausgesetzt. Gemäss SCENIHR sind aber noch zu wenige Informationen über die möglichen Gefährdungen durch Nanosilber verfügbar.

3.6.2014 | Nanotechnologie

 140603nano

Der Report „Way too little“ von Friends of the Earth Australia thematisiert die weitverbreitete Präsenz von Nanomaterialien in der Lebensmittelkette. Bild: www.foe.org.au.

Friends of the Earth Australien stellt eine dramatische Zunahme von Nanomaterialien in Lebensmitteln, Lebensmittelzusätzen, Lebensmittelverpackungen, Kontaktmaterialien zu Lebensmitteln und auch landwirtschaftlichen Chemikalien fest. Die Konsumenten seien diesen Produkten und einer verblüffenden Zahl an weiteren nicht gekennzeichneten Produkten ausgesetzt, darunter essbare Verpackungen, Beschichtungen auf Früchten, aber auch auf Küchenoberflächen, Spülmaschinen, Kühlschränken, Kinderflaschen, Besteck, Lebensmittelbehälter oder Vitaminen und anderen Zusätzen. Die Organisation kritisiert die mangelnde Tätigkeit der australischen Lebensmittelbehörde zur Gewährleistung der Sicherheit solcher Produkte. Und dies in einem Zeitpunkt, da Evidenz bestehe, dass gewisse Nanomaterialien Risiken für die menschliche Gesundheit darstellen können. Als Beispiel wird unter anderem nanoskaliges Titandioxid aufgeführt, das als Weiss- und Glänzmittel in einer Reihe von Lebensmitteln vorkomme, so zum Beispiel in Lutscher, Kaugummi oder Donuts.

20.5.2014 | Nanotechnologie

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Anwendung der Graphen-Fasergewebe (graphene woven fabrics (GWFs)) an verschiedenen Körperstellen. Bild: Nanowerk (Prof. Zhu, Tsinghua University).

Bei Textilien werden heute bereits nanohaltige Produkte angeboten, die wasser- und schmutzabweisend, antibakteriell wirksam oder mit einem UV-Schutz ausgestattet sind. In Zukunft werden zusätzlich Nano-Textilmaterialien mit neuartigen Funktionalitäten auf den Markt kommen. So genannte intelligente Nano-Textilien sollen beispielsweise elektronische Signale erzeugen oder verarbeiten. Dazu ein Beispiel: Kürzlich wurde gezeigt, dass der so genannte piezoresistive Effekt in Graphen ein elektrisches Mass der Übertragung von Druck- oder Belastung liefert (der piezoresistive Effekt beschreibt die Veränderung des elektrischen Widerstands eines Materials durch Druck oder Zug). Forscher verschiedener Universitäten in China haben Graphen-Fasergewebe auf diese sensorischen Eigenschaften untersucht. Es konnte ein flexibler und tragbarer Belastungssensor gebaut werden, indem das Graphen-Fasergewebe auf ein Verbundwerkstoff aus einem polymeren und einem medizinischen Klebeband aufgebracht wurde. Der Belastungssensor ist ultraleicht, hat eine gute Empfindlichkeit gegenüber Bewegungsänderungen und eine ausgezeichnete physikalische Robustheit. Zudem ist die Produktion einfach und der Sensor passt sich gut an Deformationen der menschlichen Haut an.

14.4.2014 | Nanotechnologie

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Versicherungen müssen sich dem Thema Nanotechnologie stellen. Bild: fotoliaxrender - Fotolia

Die Zurich Versicherung erkennt im Bereich der Nanotechnologien Versicherungsrisiken. Diese liegen namentlich in den Bereichen Arbeitgeber- und Produktehaftpflicht sowie Managerhaftpflicht und Umweltschädigung. Die Versicherung stuft die Nanotechnologie als ein „emerging risk“ ein. Damit sind Risiken von morgen gemeint. Durch Technologien, die Gefahren bergen, die noch schwer einzuschätzen sind. Eindeutige Nachweise von Langzeitrisiken oder Ursache-Wirkung-Beziehungen sind bei emerging risks oftmals noch nicht möglich. Die Zurich schreibt, dass Nanopartikel viele eigenartige Qualitäten haben. Die Nanomaterialien seien bereits vielfach in Anwendung, die Risiken seien aber weitgehend unbekannt. Man wisse zum Beispiel nichts über Langzeiteffekte, wenn sich diese Nanopartikel im Körper akkumulieren oder zu grösseren Partikeln agglomerieren.

17.3.2014 / Nanotechnologie

 140318 Nano Storfalle

Unfallszenario aus dem Jahre 2012. Ein Lastwagen verliert mehrere Säcke mit 750kg Titandioxid. Da Titandioxid nicht als gefährliches Material klassiert ist, haben Arbeiter des Strassenunterhalts die Stelle ohne besondere Vorkehrungen gereinigt. Foto: Viry.

Die Störfallverordnung bezweckt den Schutz der Bevölkerung und der Umwelt vor schweren Schädigungen durch Störfalle, die beim Betrieb von Anlagen entstehen können. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten der Störfallverordnung zählt unter anderem das Erfassen der Risiken für die Bevölkerung und die Umwelt. Die Störfallregulierung soll Mensch und Umwelt auch vor unfallbedingten Freisetzungsrisiken von Chemikalien schützen. Die Störfallbewältigung muss auch den Entwicklungen neuartiger Technologien gerecht werden. Dazu gehört zweifellos die Nanotechnologie. Nowack und Mitarbeiter haben die Nanotechnologie mit Blick auf Störfälle erörtert. Sie kommen zum Schluss, dass es keine nanospezifischen Wege der störfallmässigen Freisetzung von Nanomaterialien gibt, das heisst die Sicherheitsstandards für Chemikalien können auch für Nanomaterialien angewendet werden. Dazu gehören die separate Lagerung von brennbaren Lösungsmitteln und getrennte Rückhaltebecken. Das Potential der Freisetzung in die Umwelt von Nanomaterialien sei in pulvriger Form grösser als im Falle von Suspensionen (in einer Flüssigkeit fein verteilte Festkörper). Die Problematik mit nanohaltigen Pulvern könne aber gelöst werden wie bei konventionellen chemischen Stäuben.