Importe

 

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Bild: Hp. Teutschmann

Das Moratorium betrifft die Importe von Lebensmittel und Futtermittel indirekt. Lebens- und Futtermittel unterstehen dann dem Geltungsbereich des Moratoriums dann, wenn sie in keimfähiger Form vorliegen (z.B. Maiskörner, Sojabohnen, Rapssamen etc.), da sie beim Transport unbeabsichtigt in die Umwelt gelangen können und sich dort vermehren können.

In der Schweiz sind relativ wenige Gentech-Lebensmittelbestandteile und Gentech-Futtermittel bewilligt. Der Import von Gentech-Futtermitteln ist praktisch Null und in den Lebensmittelregalen gibt es keinerlei Gentech-Produkte. Indirekt ist dies eine Auswirkung des Anbau-Moratoriums in der Landwirtschaft. Ein direktes Moratorium gegen die Bewilligung und den Import gentechnisch veränderte Lebensmittel und Futtermittel aus dem Ausland ist aber wegen der Welthandelsvereinbarungen kaum möglich. Die Schweiz ist WTO-Mitgliedstaat.


 

3.5.2011 | Importe

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Bild: www.transgen.de

Soja wird zum grössten Teil für die Tierfütterung angebaut. Getrieben vom unersättlichen Konsum von Fleisch werden weltweit immer mehr Ackerflächen dem Futtermittelanbau geopfert. In den USA und in Südamerika nimmt die Ausbreitung des Soja-Anbaus schon gigantische Züge an, wobei die grossen Sojaproduzenten stark auf den Einsatz der Gentechnik setzen. Bereits etwa 70 Prozent der weltweiten Sojaproduktion wird mit gentechnisch veränderten Sorten erzielt. Brasilien ist von den Grossproduzenten noch das einzige Land, das gentechnikfreies Soja in grösseren Mengen für den Export anbaut. Die Schweiz nutzt dieses Angebot und bezieht von den jährlich rund eine Viertelmillion Tonnen Soja für die Tierfütterung den Grossteil aus Brasilien. „Heute «nutzen» wir für die hiesige Tierfütterung im Ausland Ackerflächen, die etwa so gross sind wie das in der Schweiz verfügbare Ackerland selber – indirekt bewirtschaften wir also eine zweite Schweiz jenseits unserer Grenzen. Der hohe Tierbestand in der Schweiz ist daher besonders eng verflochten mit der Sojaproduktion in Brasilien. Ein zunehmender Teil des Schweizer Fleisches, der Eier und der Milch ist heute Made in Brazil.“ (Zitat aus dem Link „Tages-Anzeiger“). Österreich, das EU-Land mit dem höchsten Anspruch auf Gentechnikfreiheit, versucht eine Lösung zur Importabhängigkeit von Soja zu finden. "Wir brauchen Soja, aber wir wollen unsere Abhängigkeit von GVO-Importen verringern und ein weiteres Einkommenstandbein für die österreichischen Bäuerinnen und Bauern aufbauen“ sagt Landwirtschaftsminister Berlakovich (Zitat aus dem Link „OTS“). Allein im Jahr 2010 ist in Österreich die Soja-Anbaufläche von 25’300 Hektar um 36 Prozent auf 34’400 Hektar gestiegen.

externer Link: Tages-Anzeiger
externer Link: OTS

logoendgultigGütesiegel: Verband Lebensmittel ohne Gentechnik

Das Urteil des europäischen Gerichtshofes (EuGH) vom 25. Juli 2018 gibt klare rechtliche Vorgaben für den Umgang mit neuen gentechnischen Verfahren an. 75 Unternehmen der gentechnikfreien Lebens- und Futtermittellandwirtschaft aus zehn europäischen Ländern begrüssen das Urteil in einem offenen Brief an die EU-Kommission. Sie fordern eine zügige Umsetzung der notwendigen Massnahmen zur Absicherung der gentechnikfreien Produktion in Europa.

news mercosur Rinderhaltung in Südamerika. Bild: clipdealer

Seit Juni 2017 verhandelt die Schweiz im Rahmen der EFTA über ein Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay). Die Schweizer Exportwirtschaft erhofft sich dadurch einen besseren Zugang zu den Märkten in Südamerika. Dieneu gegründete Mercosur-Koalition, der SWISSAID, Alliance Sud, Schweizer Bauernverband, Fédération romande des consommateurs FRC, Schweizer Tierschutz STS, Public Eye, Brot für alle und Uniterre angehören, fordert, dass nicht einseitig die Interessen der Exportwirtschaft berücksichtigt werden, sondern auch Nachhaltigkeitskriterien definiertwerden. Es sei auch darauf zu achten, dass Konsumentenschutz und sensible Landwirtschaftsprodukte nicht gefährdet werden. Das Abkommen habe auch Auswirkungen auf die Umwelt und auf Bauernfamilien – in den Mercosur-Staaten und in der Schweiz.

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