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Das Wort «mutare» bedeutet «verändern», «verwandeln». Eine Mutation bezeichnet in der Biologie eine spontane oder künstlich erzeugte dauerhafte Veränderung des Erbgutes. Eine Mutation kann (muss aber nicht) die Merkmale eines Lebewesens verändern. Mutationen sind eine der wichtigsten Voraussetzungen für Evolution und Züchtung und werden auch im Biolandbau angewendet: Umstritten ist hingegen, ob und wie Mutationen künstlich für die Züchtung ausgelöst werden dürfen.

Spontane Mutationen, das heisst Veränderungen der DNA, der Trägerin der Erbinformationen, treten natürlicherweise bei allen Lebewesen auf. Ausgelöst werden sie beispielsweise durch Umwelteinflüsse wie Strahlung oder durch chemische Substanzen.

Züchter können die Mutationsrate durch den Einsatz von ionisierenden Strahlen oder chemischen Stoffen beschleunigen. Das Ziel einer solchen „Mutagenese“ ist es, genetische Varianten zu erzeugen und Pflanzeneigenschaften wie Wuchs, Grösse der Früchte oder Resistenzen gegen Umwelteinflüsse zu verändern. Manche Verfahren zur Auslösung von Mutationen gelten als natürlicher und unbedenklicher als andere. Während UV-Licht über das Sonnenlicht beständig auf die Pflanzen einwirkt und auch beständig Mutationen auslöst, sind beispielsweise Röntgenstrahlen oder sehr wirksame Chemikalien riskanter. Zwar hinterlassen alle diese Verfahren keine Rückstände in den Pflanzen, aber die Bandbreite der Veränderungen des Erbguts kann je nach Verfahren sehr unterschiedlich sein. Das führt heute auch zu Diskussionen, ob alle Techniken der Mutagenese tatsächlich unbedenklich sind.

Deswegen wird bisweilen gefordert, dass auch Pflanzen, die aus der Mutationszüchtung kommen, von Fall zu Fall untersucht werden. Das ist beispielsweise in Kanada schon üblich: Pflanzen mit bestimmten neuen Eigenschaften werden auf ihre Risiken geprüft, auch wenn sie nicht gentechnisch verändert wurden.

Die Monsanto Papers sind eine Reihe interner Dokumente, die im Rahmen einer Klage gegen den Konzern veröffentlicht wurden. Im Zentrum der Klage stand das weltweit meistversprühte Herbizid Roundup, dessen Wirkstoff Glyphosat für Krebsfälle verantwortlich gemacht wird. Die Dokumente zeigen, wie der Konzern wissenschaftliche Ergebnisse missbraucht hat, um sein Interesse durchzusetzen. Sie enthüllen, wie Monsanto versucht hat, die Regulierungsbehörden und ihre Normen zu seinen Gunsten zu beeinflussen, um die Sicherheit seiner Produkte zu verteidigen. Die Firma hat sich auch in den externen Begutachtungsprozess von wissenschaftlichen Zeitschriften eingemischt, um zu verhindern, dass Forschungsergebnisse, die ihre Ziele bedrohten, publiziert werden. Zudem hat sie öfters renommierte Wissenschaftler bezahlt, damit diese von Branchenmitarbeitern geschriebene Studien, die belegen, dass Glyphosat nicht krebserregend ist, den Anschein einer unabhängigen wissenschaftlichen Bewertung verleihen. Die Monsanto-Papers veranschaulichen, wie schwierig die Suche nach wissenschaftlicher Objektivität beim gewichtigen Einfluss der grossen Firmen ist. Verantwortungsvolles wissenschaftliches Arbeiten sollte unabhängig von den finanziellen Interessen des Sponsors sein, sonst könnte die Wissenschaft durch solche Verzerrungen ins Zwielicht geraten.

Die Geschäftspraktiken des Saatgut- und Pestizidkonzerns Monsanto verletzten die Menschenrechte auf Nahrung, Gesundheit und eine gesunde Umwelt, lautete das Mitte April veröffentlichte Urteil des Internationalen Monsanto Tribunals. Das Monsanto Tribunal wurde als ausserordentliches Meinungsgericht, aufgrund einer zivilgesellschaftlichen Initiative geschaffen.

Die Gründe, die zum Monsanto Tribunal führten, das Urteil der Richter, Videos von Zeugenbefragungen und vieles mehr, gibt es auf der Website des Monsanto Tribunals (auf Deutsch): http://de.monsantotribunal.org

Das griechische Wort monos bedeutet «allein», das lateinische cultura «Anbau», «Pflege». Monokultur bezeichnet in der Land- oder Forstwirtschaft den Anbau von einer einzigen Nutzpflanze auf einer Fläche. Das Gegenteil einer Monokultur ist eine Mischkultur.

MicroRNA sind kleine biologische Botenstoffe mit mächtiger Wirkung. Sie spielen eine wichtige Rolle im kompliziert verflochtenen Netzwerk der Genregulation und können zum Beispiel im Verbund mit Proteinen Gene ausschalten oder die Proteinherstellung blockieren, womit sie die Entwicklung der Zelle beeinflussen. Die Mechanismen, die in den 1990er Jahren entdeckt wurden, sind aber zum grössten Teil noch unklar.