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Einflussreiche Geldgeber sowie staatliche Entwicklungsorganisationen investieren überwiegend in die Forschung für die industrielle Landwirtschaft – ungeachtet der heutigen Erkenntnisse über die immensen Schäden an Menschen und Umwelt, die diese verursacht. Dies zeigt eine neue Studie. So fördern lediglich drei Prozent der Afrika-Projekte der «Bill und Melinda Gates Foundation» - des grössten philanthropischen Investors in der Entwicklungszusammenarbeit im Agrarsektor - nachhaltige, regenerative Ansätze im Sinne der Agrarökologie. (Biovision / Schweizer Bauer, 10.6.20)

Der Informationsdienst Gentechnik zeigt, dass der Fall des gentechnisch verunreinigten Mais-Saatguts „Sweet Wonder“ eine grössere Dimension hat als bisher angenommen. Von der betroffenen Charge eines amerikanischen Züchters wurden rund 13 Millionen Samen in insgesamt sieben europäische Länder verkauft, wie das das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) auf Anfrage mitteilte. (Informationsdienst Gentechnik, 19.6.20)

An drei Beispielen wird aufgezeigt, wie einseitig die Debatte zur Regulierung der Gentechnik in vielen Ländern Afrikas abläuft. Biotechnologen und Vertreter der grossen Agrarkonzerne bestimmen die Diskussion und setzen sich aktiv für schwache Regulierungen ein. Sie werden unterstützt von Vertretern der US-Botschaften und anderer US-Institutionen. So gelang es den GVO-Befürwortern in Äthiopien, die Proklamation zur biologischen Sicherheit und den institutionellen Widerstand gegen GVO zu schwächen. Vertreter der Agrarökologie schaffen es hingegen selten, sich in diesen Diskussionen Gehör zu verschaffen, da ihnen das nötige Netzwerk fehlt. (Ethiopia Observer, 17.6.20)

Das Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerium von Florida hat grünes Licht für einen Freisetzungsversuch mit Millionen von Gentech-Moskitos in den Florida Keys gegeben. Kurz zuvor genehmigte auch die US-Umweltschutzbehörde (EPA) den Versuch in Florida sowie einen weiteren Versuch in Texas. Die Gegner des Vorhabens verlangen, dass eine externe unabhängige Expertengruppe einberufen wird. Eine externe Begutachtung durch Fachkollegen sei ein Eckpfeiler guter Wissenschaft und könnte sicherstellen, dass alle notwendigen Risiken geprüft würden. (Guardian, 17.6.20 / Boston Globe, 22.6.20)

Die Grünen-Fraktionen im Bundestag und im europäischen Parlament haben sich klar gegen eine Deregulierung neuer Gentechnik-Verfahren ausgesprochen. Dies berichtet der Informationsdienst Gentechnik. „Wir stehen für eine verantwortungsvolle Regulierung, die das Vorsorgeprinzip ernst nimmt, die Umwelt schützt und auch kommenden Generationen noch eine Wahl lässt“, heisst es in dem von den Bundestags-Grünen beschlossenen Papier. Vor einer Woche veröffentlichten einzelne Parteimitglieder einen Vorstoss, für Erzeugnisse der neuen Gentechnik den Rechtsrahmen zu ändern. (Informationsdienst Gentechnik, 18.6.20)