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Der Nobelpreis für Chemie wurde an Emmanuelle Charpentier und Jennifer A. Doudna vergeben, welche die sogenannte Genschere CRISPR/Cas für die Genomeditierungstechnologie entwickelt haben. Doch der Nobelpreis berücksichtigt die Risiken dieser Technologie nicht: die Auswirkungen der Genomeditierung sind weitgehend unerforscht und zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzbar. «Die Zukunft des Lebens auf diesem Planeten hängt ganz wesentlich davon ab, ob wir es schaffen, den Anwendungen dieser neuen Gentechnik klare Grenzen zu setzen», so Christoph Then von Testbiotech. (SAG, 8.10.20)

Als weltweit erster Staat hat Argentinien einer genmanipulierten Weizensorte die Zulassung erteilt. Dem Weizengenom wurde ein Sonnenblumen-Gen eingesetzt, das eine erhöhte Toleranz gegenüber Wassermangel verleihen soll. Argentinien ist der weltweit viertgrösste Weizenexporteur. Beinahe die Hälfte dieser Weizenexporte gehen nach Brasilien. Deshalb soll die Genehmigung erst in Kraft treten, wenn Brasilien eine Importbewilligung für den genmanipuliertem Weizen erteilt. Dies könnte sich aber als schwierig erweisen, denn in Brasilien herrscht momentan eine Null-Toleranz für Gentechweizen. (taz, 12.10.20)

An einer virtuellen Konferenz der Leopoldina und der Deutschen Forschungsgemeinschaft wurde in einer Stellungnahme zu Genome Editing und Pflanzenzucht behauptet, dass Gentechnik in der Pflanzenzucht nicht mit spezifischen Risiken einhergehe und daher eine Änderung der bestehenden Gentechnikgesetze gefordert werde. Testbiotech kritisiert die Einseitigkeit und die fehlende Unabhängigkeit der Stellungnahme: mehrere der daran beteiligten ExpertInnen hatten selbst Patente im Bereich Gentechnik angemeldet. Einige der Teilnehmer kooperieren dabei auch mit Agrarkonzernen wie Bayer. (Testbiotech, 30.9.20)

Nachdem die Hornkuh-Initiative vom Schweizer Volk abgelehnt worden ist, zieht deren Initiant, Bergbauer Armin Capaul die Lancierung einer neuen Initiative in Betracht. Im Entwurf des Initiativtextes wird nebst einem Verbot für das Enthornen von Rindern und Ziegen auch die Weiterzüchtung mit genetisch veränderten hornlosen Rindern und Ziegen gefordert. Zudem soll der Import solcher Tiere oder KB-Samen per Gesetz verboten werden. (Schweizer Bauer, 8.10.20)

Patrick Hohmann ist der Gründer einer Stiftung, welche Bio-Baumwoll-Anbauprojekte in Indien und Tansania leitet und den Bauern ein faires Einkommen garantiert. Hohmann erklärt in einem Video, wieso die Chemiefirmen beim konventionellen Baumwollanbau mehr Geld verdienen als die Bauern, warum ein Bio-Baumwoll-Shirt etwas kostspieliger ist und dass seine Bio-Baumwoll-Shirts heute sogar gegessen werden könnten. (Bionetz, 22.9.20 / Youtube, 10.8.20)