Schadensfälle

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Bild: Joseph LaForest, University of Georgia, www.Bugwood.org

Die Resistenzbildung bei Unkräutern ist ein typisches Schadensbeispiel, das durch den Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen hervorgerufen wird. Durch den stetigen Einsatz derselben Herbizide - was mit der Strategie herbizidresistenter GVP untrennbar verknüpft ist - hat sich ein beachtliches agronomisches Problem entwickelt. Namentlich in Nord- und Südamerika, wo seit 1996 zahlreiche Gentech-Sorten angebaut werden, die alle gegen dasselbe Herbizid (Glyphosat der Firma Monsanto) resistent sind, werden durch den übermässigen und regelmässigen Einsatz dieses Unkrautvertilgungsmittels Unkräuter gegen Glyphosat resistent (Bild: ein markantes Beispiel ist das Aufkommen von Glyphosat-resistentem Palmer Amaranth in Feldern mit herbizidresistenter Baumwolle in den USA).

Schadensfälle durch den Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen können in ökologische und ökonomische Schäden unterteilt werden. Bei den ökologischen Schäden geht es um Fälle, die heute wissenschaftlich mehrheitlich kontrovers diskutiert werden. Ein Fall aus dem Jahre 2006 in den USA, berichtet erstmals über die Evidenz eines Gentransfers aus einer GVP in eine Wildpopulation. Ausgangspunkt war ein von der US-Landwirtschaftsbehörde bewilligter Anbau von gentechnisch verändertem Straussgras (bentgrass; Agrostis stolonifera). Die US-amerikanische Firma The Scotts Company musste eine Busse von 500’000 US-Dollar zahlen, weil sie gegen Auflagen der Freisetzungsbewilligung verstossen hatte. Es handelte sich dabei um die höchstmögliche Strafe, die in unter dem Pflanzenschutz-Gesetz (plant protection act) verhängt werden kann.


Bei ökonomischen Schäden geht es nicht primär um Auswirkungen in der Umwelt, sondern um Fehlleistungen bei der Warenflusstrennung (Kontaminationsfälle, Koexistenzprobleme). Wirtschaftliche Schäden sollen sich weltweit bereits auf mehrere Milliarden US Dollar belaufen, wobei allerdings die tatsächliche Gesamthöhe der Schäden nicht bekannt ist.

Risikostudien

Gesundheitsgefährdung

Auskreuzung

Durchwuchs und Verwilderung

Horizontaler Gentransfer

Gefährdung Nicht-Ziel-Organismen

Gefährdung Biodiversität

Resistente Unkräuter

Einflüsse auf Schädlinge

Einflüsse auf Böden

Pestizidverbrauch

Kontaminationsfälle

Wirtschaftliche Schäden

12.06.2014 | Schadensfälle

140612monrach

Bei ihren Wanderungen nutzen die Monarchfalter Gewässer, wie große Flüsse oder Seen und die Meeresküsten für ihre Orientierung Bild: ALCE - Fotolia

Mehrere hundert Millionen Monarchfalter ziehen jeden Herbst aus Kanada und den USA zum Überwintern in die Wälder des mexikanischen Hochlandes. Doch die Population der Monarchfalter nimmt seit Jahren ab. Seit 1999 ist ihre Zahl um 82 Prozent gesunken. Damit ist eines der eindrücklichsten Naturschauspiele in Gefahr. Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass das Hauptproblem bei den illegalen Abholzungen in Mexiko und bei Wetterextremen liege. Doch kanadische Forscher sind nun einer anderen Ursache für die Abnahme bei diesen Wanderfaltern auf die Spur gekommen, wie sie aktuell in der Fachzeitschrift "Journal of Animal Ecology" berichten. In den USA, so die Studie, geht den Raupen des Monarchfalters die Nahrung aus. Immer weniger Schmetterlinge kommen im Winterquartier an. Einzelne Tiere legen zwar Strecken von bis zu 4000 Kilometern zurück, doch die Lebenszeit der Falter ist kurz. Um die ganze Wanderung zu bewältigen, braucht es mehrere Generationen von Schmetterlingen. Auf ihrem Flug in den Süden pflanzen sich die Monarchfalter mehrmals fort. Ihre Raupen ernähren sich ausschliesslich von Seidenpflanzen und die sind besonders im sogenannten Corn Belt im Mittleren Westen der USA selten geworden. Über weite Strecken prägt eine industrielle Landwirtschaft mit geringer Biodiversität die Landschaft.

12.12.2014 | Schadensfälle

141212Basel Rheinhafen

Über den Rheinhafen Basel wird kanadischer Weizen importiert. Über verunreinigten Weizen könnte auch gv-Raps eingeschleppt worden sein.

Immer wieder haben in der Schweiz Funde von gentechnisch verändertem Raps für Aufsehen gesorgt. Trotz des in der Schweiz geltenden Moratoriums für den Anbau und die Saatgut-Einfuhr von gentechnisch veränderten Pflanzen wurden 2011 und 2012 an vier Standorten entlang Eisenbahnlinien und in Hafengebieten in Basel wilde Rapspflanzen gefunden. Alle gentechnisch veränderten Pflanzen wurden als Glyphosat-resistente identifiziert. Die am stärksten betroffenen Standorte waren der Rheinhafen Basel und der St. Johann Fracht-Bahnhof. Aufgrund dieser Funde wurde ein Monitoring etabliert. Um die Verteilung zu bewerten und Auskreuzungen von gv-Raps zu überwachen, hat das Biosicherheitslabors des Kantons Basel-Stadt 2013 die zwei am stärksten betroffenen Standorte regelmässig kontrolliert. Blätter und Samenkapseln von verwilderten Rapspflanzen und allfälligen Hybridisierungspartnern wurden in monatlichen Abständen gesammelt und auf das Vorhandensein von Transgenen analysiert. 

14.06.2013 | Schadensfälle

130613herbizid
Glyphosat beeinflusst nicht nur die Ackerflora, sondern gelangt durch Auswaschung und Erosion auch in Bäche, Flüsse und ins Grundwasser.

In über 40 Prozent aller getesteten Urin-Proben aus 18 europäischen Ländern sind Rückstände des Pflanzenvernichtungsmittels «Glyphosat» zu finden. Dies zeigt eine neue Studie von Pro Natura und ihrem internationalen Netzwerk Friends of the Earth. Auch Proben aus der Schweiz sind betroffen. Glyphosat ist eines der am weitesten verbreiteten Pestizide weltweit. Als so genanntes Totalherbizid tötet der Wirkstoff alles ausser den gentechnisch veränderten glyphosat-resistenten Nutzpflanzen ab. Eingesetzt wird Glyphosat in der Landwirtschaft, entlang des Schienennetzes und in privaten Gärten. Obwohl weltweit in der konventionellen Landwirtschaft und im Anbau von Gentech-Pflanzen in riesigen Mengen eingesetzt, ist über die langfristigen Auswirkungen des Gifts in Lebensmitteln, Boden oder im Wasser wenig bekannt. Aktuellste wissenschaftliche Studien legen den Schluss nahe, dass eine permanente, niedrig dosierte Glyphosat-Aufnahme das Hormonsystem des Menschen negativ beeinflusst. Beim Einsatz des hochpotenten Gifts gibt es grosse Sicherheitslücken sowohl für die menschliche Gesundheit als auch für die Natur: Die Zulassung des Pflanzenvernichtungsmittels wird praktisch ausschliesslich auf Daten der Hersteller selber abgestützt. Glyphosat-Kontrollen bei Lebensmitteln fehlen gänzlich. Pro Natura fordert Klärung des Glyphosat-Risikos für Mensch und Umwelt. In der Schweiz werden jährlich geschätzte 300 Tonnen des Pflanzengifts verkauft. Tendenz steigend.

externer Link: Medienmitteilung Pro Natura

14.6.2010 | Schadensfälle

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Bild: Gerd Spelsberg / www.biosicherheit.de

In Deutschland wurde Saatgut der Firma Pioneer Hi-Bred ausgebracht, das illegal mit bis zu 0,1% mit dem in der EU nicht bewilligten Gentech-Mais NK603 verunreinigt ist. Der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND fordert nun das Unternehmen Pioneer auf, die von der Kontamination betroffenen Landwirte zu entschädigen. Pioneer, weist die Vorwürfe zurück und erkennt keinen Grund für Entschädigungen. In eigenen Proben seien keine Verunreinigungen gefunden worden. Das Saatgut stammt aus Ungarn, wo die Firma Versuche mit Gentechnik-Mais durchgeführt hatte. Weitere Verunreinigungen werden nun durch das jetzt ausgesäte Saatgut befürchtet.

externer Link: Informationsdienst Gentechnik
externer Link: BUND
externer Link: NDR

12.06.2013 | Schadensfälle

130613heerwurm
Bereits nach drei Jahren war der Heerwurm resistent gegen das Gift eines
Gentech-Maises. Bild: cbif.gc.ca

Wo immer Insektizide eingesetzt werden, kommt es unweigerlich Resistenzbildungen auch gegenüber den Giften, welche Gentech-Pflanzen aufgrund der eingebauten Bakteriengene produzieren. Dies zeigt eine neue Studie der Universität Arizona. Am schnellsten reagierte der Heerwurm in Puerto Rico. Schon nach drei Jahren konnten die Gifte des Gentech-Maises der Hälfte der Heerwürmer nichts mehr anhaben. Die Forscher analysierten Daten zu den 13 wirtschaftlich bedeutsamsten Schädlingen von 77 Studien aus 8 Ländern. 2005 waren lediglich Resistenzen beim Baumwollkapselbohrer nachgewiesen worden. Doch in den letzten Jahren ist mit der Steigerung der Anbaufläche von Gentech-Pflanzen auch die Häufigkeit der Resistenzbildungen markant gestiegen. "Man muss stets damit rechnen, dass sich die Schädlinge anpassen. Es ist wohl so gut wie unmöglich, die Entwicklung von Resistenzen zu verhindern", sagt Bruce Tabashnik, einer der Autoren.Aus Nordamerika, Indien und Südafrika lägen Studien über Insektenvölker vor, bei denen über die Hälfte der Individuen unempfindlich gegen das Gift einer gentechnisch veränderten Pflanze sind. Die Anzahl der resistenten Insektenarten bei Gentech-Mais hat sich innerhalb weniger Jahre verfünffacht. Die drei Autoren zeigen, dass es Möglichkeiten gibt, die Resistenzbildung der Schädlinge mit Bewirtschaftungsmethoden hinauszuzögern. Im günstigsten Fall könne es über 15 Jahre dauern, bis sich die Insekten angepasst hätten.