Pharma

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Photo Credit: James Gathany, Centers for Disease Control and Prevention

Im Pharmabereich können beachtliche Risiken für Mensch, Tier und Umwelt entstehen, wenn in geschlossenen Systemen (Laboratorien, Produktionsanlagen) mit pathogenen Mikroorganismen gearbeitet wird, wobei auch gentechnische Verfahren eingesetzt werden können. Die Sicherheit soll namentlich durch das Epidemiengesetz, die Einschliessungsverordnung und die Arbeitnehmerschutzverordnung SAMV gewährleistet werden.

Die SAG befasst sich nur am Rande mit den Entwicklungen der Gentechnik im Pharmabereich, beobachtet aber den Umgang mit Tieren in der Pharmaindustrie (siehe: Tiere in der Medizin und Würde der Kreatur).

Die Gentechnik kommt im Pharmasektor in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz, so beispielsweise:
- Produktion von rekombinanten Pharmaka und Impfstoffen in geschlossenen Produktionsanlagen
- Produktion transgener Tiere für die Gewinnung von Wirkstoffen (Gene Pharming; siehe: Nutztiere)
- Produktion transgener Pflanzen für die Gewinnung von Wirkstoffen (siehe: Pharmacrops)
- Grundlagenforschung zu Krankheiten (unter anderem mit transgenen Tieren als Krankheitsmodelle (siehe Tiere Medizin; siehe auch Humangenetik).
Die Bedeutung und der Marktanteil von gentechnisch hergestellten Medikamenten in der Medizin nehmen stetig zu. Seit der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre ist der Einsatz von gentechnisch hergestellten Produkten im Verhältnis zum Gesamtmarkt überdurchschnittlich stark gewachsen. Im Jahr 2008 wurden rund zehnmal mehr Medikamente aus biotechnologischer Herstellung abgegeben als noch vor zehn Jahren. Ihr Wert zu Fabrikabgabepreisen betrug 593 Millionen Franken.

Laut dem Biotech-Report 2012 ist der gesamte Schweizer Branchenumsatz im Jahre 2011 im Vergleich zu 2010 von 9,3 auf 8,7 Milliarden Franken gesunken.

Rekombinante Pharmaka

Swissmedic gibt eine Übersicht über in der Schweiz zugelassene Arzneimittel, die mittels Gentechnik hergestellt wurden oder die gentechnisch veränderte Organismen (GVO) enthalten.

In Deutschland waren im Jahr 2012 146 Arzneimittel mit 109 gentechnisch hergestellten Wirkstoffen zugelassen. Diese rekombinanten Medikamente machen mit rund 4,7 Mrd. Euro bereits 16% des Arzneimittelumsatzes in Deutschland aus.

Forschung: Umgang mit Pathogenen

In der pharmazeutischen Forschung wird auch mit krankheitserregenden Mikroorganismen umgegangen. Mit dem Erlass der Einschliessungsverordnung wurden Listen von Organismen (Viren, Pilze, Bakterien und Parasiten) und ihre Zuordnung zu biologischen Sicherheitssystemen publiziert.

15.08.2014 | Pharma

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Auch Medikamente können mit gentechnisch veränderten Nahrungsbestandteilen wie etwa Maisstärke oder Sojaöl angereichert sein. Bild: Clipdealer

Die Pharmabranche ignoriere den Willen der KonsumentInnen, auf Gentech-Bestandteile zu verzichten. Dies das Fazit des Basler Appells gegen Gentechnologie. Nach Recherchen des Basler Appells enthalten über 50 Medikamente bereits heute gentechnisch veränderte Nahrungsbestandteile – die als Lebensmittel teilweise illegal wären. Medikamentenwirkstoffe, die mit Hilfe gentechnisch veränderter Organismen produziert werden, sind schon länger auf dem Markt. Insulin etwa wird nicht mehr aus der Bauchspeicheldrüse von Schweinen gewonnen, sondern gentechnisch veränderte Bakterien oder Hefen übernehmen die Produktion der Substanz in grossen Mengen. Auch Impfstoffe werden ähnlich produziert. Über hundert solcher gentechnisch erzeugter Präparate sind in der Schweiz mittlerweile zugelassen. Sie, müssen nicht gekennzeichnet werden, denn im Endprodukt lässt sich kein Hinweis mehr darauf finden, dass am Produktionsprozess gentechnisch veränderte Organismen beteiligt waren. Anders verhält es sich bei Hilfsstoffen, die aus gentechnisch veränderten Pflanzenteilen hergestellt wurden. Sie müssen – analog zu den Vorgaben im Lebensmittelbereich – auf der Verpackungsbeilage als GVO deklariert werden.

3.5.2012 | Pharma

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Bild: de.wikipedia.org

Laut dem Biotech-Report 2012 ist der Schweizer Branchenumsatz im Jahre 2011 im Vergleich zu 2010 von 9,3 auf 8,7 Milliarden Franken gesunken. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young meint, dass die Umsätze weiter rückläufig sein werden. Biotechfirmen haben Schwierigkeiten, ihre Forschung in Geld umzusetzen. Mögliche Kassenschlager befinden sich in der Pipeline, doch neue Erfolgsmeldungen lassen auf sich warten.

externer Link: Tages-Anzeiger Online
externer Link: Swiss Biotech Report 2012