Nanotechnologie

Nanoplastik Meere angepasst2Plastik sammelt sich massenhaft im Ozean an. Bild: tagesschau.de

In den Weltmeeren schwimmen Millionen von Tonnen an Plastikmüll, darunter Plastikflaschen, Verpackungsmaterial, Fischernetze und zahlreiche weitere Kunststoffabfälle vom Einwegrasierer bis zu Flip-Flops. Jedes Stück Plastik, das in den letzten 50 Jahren hergestellt wurde und in die Meere gelangte, ist dort noch immer vorhanden. Es wird geschätzt, dass etwa 10% des produzierten Plastiks in den Ozeanen endet, etwa via Abwasseranlagen, Abfall oder Ablagerung durch die Luft. Diese Menge an Plastik entspricht etwa 60-80% der totalen Ablagerungen im Meer. Es sei bis heute gezeigt worden, dass dadurch über 660 Arten in den Meeren betroffen sind, sei es durch Verstrickung im Plastik oder durch Aufnahme mit der Nahrung. Laut dem NanoInformationsPortal treiben durchschnittlich 13’000 Plastikmüllpartikel auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche.

171004Nanotechnologie Uberwachung Korperfunktion 290917 bearbeitet 1Nanomaterialien kommen bei der Entwicklung sogenannter elektronischer Haut ("e-Skin") zur Anwendung. Bild: Someya Laboratory.

Manche Menschen sind sich bereits heute an den Fitness Tracker am Handgelenk gewohnt. Das Fitnessarmband überwacht die zurückgelegte Strecke, die Anzahl der Schritte, zählt die bewältigten Treppenstufen, berechnet die verbrannten Kalorien, wacht über den Schlafrhythmus und die Schlafqualität und gewisse Modelle überwachen die Herzfrequenz. Projekte mit nanotechnologischen Materialien streben heute an, neue Möglichkeiten für flexible und dehnbare Monitoring-Geräte zu realisieren, die direkt auf der Haut getragen werden. Man spricht in Fachkreisen von elektronischer Haut ("e-Skin"), epidermaler Elektronik oder elektronischer Tätowierung. Im Wesentlichen handelt es sich um eine Mensch-Maschinen-Schnittstelle. Die auf der Haut befestigten Sensoren sollen als diagnostische Instrumente im Bereich der Medizin angewandt werden.

nanodatabase Webseite des dänischen Inventars "The Nanodatabase". Bild: Nanodatabase

Das dänische Inventar „The Nanodatabase“ listet nach Anwendungsbereichen und Nanomaterialien auf dem Markt verfügbare Publikumsprodukte auf. Die Datenbank enthält derzeit über 3000 Produkte. Neben der Produktedatenbank befasst sich das Portal aber auch mit Fragen der Risikoanalyse. Sie orientiert sich dabei an einer Publikation von Steffen Foss Hansen, Professor am dänischen Center for Nanotechnology NanoDTU. Hansen spricht sich für ein Regulierungswerkzeug spezifisch für synthetische Nanomaterialien aus, wie er in einem Artikel in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Nanotechnology“ darlegt. Er nennt seinen Ansatz REACT NOW (jetzt reagieren). Die Abkürzung bedeuted im Englisch “Registration, Evaluation, Authorization, Categorization and Tools to Evaluate Nanomaterials - Opportunities and Weaknesses”. Mit einem neuen gesetzgebenden Rahmenwerk soll die Registrierung, die Evaluierung, die Bewilligung und die Kategorisierung von Nanomaterialien gewährleistet werden.

170719Nanotechnologie SiliziumdioxidSiliziumdioxid wird bereits seit 50 Jahren in vielen Bereichen der Nahrungsmittelindustrie, namentlich als Antiklumpmittel verwendet. Bild: en.wikipedia.org.

Siliziumdioxid, ein Lebensmittelzusatzstoff mit der Nummer E551, wird bereits seit 50 Jahren in vielen Bereichen der Nahrungsmittelindustrie (namentlich als Antiklumpmittel) sowie in Zahnpasta verwendet. Ein Projekt des Nationalen Forschungsprogramms NFP 64 hat gezeigt, dass Siliziumdioxid Nanopartikel, die bisher als unbedenklich galten, im Magen-Darm-Trakt Entzündungen hervorrufen können. Antiklumpmittel werden in der Nahrungsmittelindustrie dazu eingesetzt, dass Trockennahrungsmittel rieselfähig bleiben. Sie werden beispielsweise zugegeben, um das Verkleben von Gewürzen oder Fertigsuppen zu verhindern und kommen auch bei Instant-Kaffee oder Salz zum Einsatz.

17062 NanobearEin Bär, der sich selbst reinigt dank Nanobeschichtung Bild: nanosupermarket.org

Die Beobachtungsstelle der Europäischen Union für Nanomaterialien (EUON) präsentiert bunt und informativ Publikumsprodukte, die Nanomaterialien enthalten. So beispielsweise den „Clean Bear“, einen Stoffbären für Kinder, der mit photosensitiven Nanopartikeln beschichtet ist, die bei Einwirkung von Sonnenlicht Flecken abbauen und schlechte Düfte verhindern. Da sich Nanomaterialien  inzwischen in vielen Alltagsprodukten finden, hat die Europäische Chemikalienagentur (ECHA)  neu eine Internetseite mit Informationen zu Nanomaterialien aufgeschaltet, die bereits auf dem EU-Markt sind oder in den nächsten zehn Jahren zu erwarten sind.