Saatgut

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Bild:Sigrid Fuhrmann / www.biosicherheit.de

Saatgut bildet die existenzielle Grundlage vieler Lebensmittel, Futtermittel und anderer Pflanzen. Es ist für die Aufrechterhaltung unseres Ernährungssystems unerlässlich. Jahrhunderte lang hat eine Vielzahl von regional angepassten Sorten die menschliche Ernährungsvielfalt und Ernährungssicherheit gewährleistet.

Gentechnisch verändertes Saatgut ist in der Saatgutverordnung geregelt. Dort ist auch die Deklaration festgelegt. Ein entscheidender Faktor für die Aufrechterhaltung von gentechnikfreiem Saatgut ist die Regelung der Koexistenz.

Konventionelles und biologisches Saatgut soll auch weiterhin frei bleiben von gentechnisch veränderten Organismen. Die SAG ist insbesondere am Schutz der Biosaatgutproduktion interessiert. Die Biosaatgutproduktion findet auf dem freien Feld und nicht im Labor statt. Damit der Genfluss zwischen Pflanze und Umwelt ungehindert stattfinden kann, müssen Schutzzonen für die Produktion von Biosaatgut erstellt werden. In der aktuellen Saatgutverordnung sind aber die Saatgutproduzenten nicht geschützt. Sie sind selber dafür verantwortlich, dass keine Einkreuzungen stattfinden.

Juni 2012

Die Aktion Zukunft säen! weitet sich rasch aus. Das Ziel: „Keine Gentechpflanzen auf unseren Feldern! Diese Forderung wird mit jeder Aktion bekräftigt. Vorbild ist das Gentechmoratorium in der Schweiz, dessen Einführung im Herbst 2005 gab den Startschuss zu unserer Inititative.“

Februar 2012

Das deutsche Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat entschieden, dass mit unbewilligten Gentech-Pflanzen verunreinigte Felder umgebrochen werden müssen. Die ist auch dann der Fall, wenn der Landwirt von der Verunreinigung nichts wusste, weil die Untersuchungsergebnisse erst nach der Aussaat bekannt wurden.

März 2011

Am 3. März 2011 fand an der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART eine Fachtagung unter dem Titel „Unsere Saatgutproduktion – fit auch in der Zukunft“ statt. Die Fragestellung der Tagung lautete: Was tun, um die schweizerische Saatgutproduktion zu fördern?

März 2011

In Deutschland wird ein Antrag zur Aufhebung der Null-Toleranz im Saatgut im Bundesrat mehrheitlich abgelehnt.

Juli 2010

Seit dem 1. Juli 2010 dürfen in der Schweiz Nischensorten in den Verkehr gebracht werden. Grundlage ist die Saat- und Pflanzgutverordnung des EVD.

Dezember 2009

Eine Studie des US-Instituts The Organic Center zeigt, dass mit dem Einzug der Gentechnik in der Landwirtschaft viele Bauern auch immer stärker in eine finanzielle Abhängigkeit von Grosskonzernen geraten. Insbesondere der enorme Preisanstieg für gentechnisch verändertes Saatgut, verglichen mit gentechnikfreien und organischen Saaten stehe in keiner Relation.

Dezember 2009

Ein Artikel im wissenschaftlichen Journal Sustainability analysiert die globale Saatgutindustrie. Der weltweite Verkauf von Saatgut ist durch Konzerne wie Monsanto oder Syngenta dominiert. Es findet rund um solche Konzerne eine immense Verdichtung des Monopols auf Saatgut statt.

September 2009

Am 5. und 6. September 2009 fand zum dritten Mal der Anlass 1001 Gemüse & Co. im züricherischen Rheinau statt.

Juni 2009

Am 28. Juni 2009 feierte die Getreidezüchtung Peter Kunz ein Jubiläum: Vor 25 Jahren sind die ersten Weizen- und Dinkelkreuzungen zu den heute erfolgreichen Sorten angelegt worden. Insgesamt sind bis heute 15 Weizen- und 5 Dinkelsorten anerkannt und geniessen den Ruf, hervorragende Qualität zu liefern.

Dezember 2008

Auf Vorschlag einer "ad hoc" Arbeitsgruppe zum weiteren Umgang mit der Agro-Gentechnik in der Europäischen Gesetzgebung fordert der Ministerrat die EU-Kommission in einer Entschliessung am 4. Dezember 2008 dazu auf, schnellstmöglich Grenzwerte für die gentechnische Verunreinigung von herkömmlichem Saatgut vorzulegen.

September 2008

Am 6./7. September 2008 wurden auf der Rheinau die Vielfalt der Natur und das grenzüberschreitende Miteinander gefeiert. Mit einem grossen Degustationsmarkt, mit einem Fest für Vielfalt und Genuss, mit 1001 Gelegenheiten zum Staunen, Entdecken und Geniessen.

Februar 2008

In einer Petition mit 13'000 Unterschriften fordert die Initiative "Gentechnikfreie Bodenseeregion" die Internationale Bodenseekonferenz (IBK) auf, eine gentechnikfreie Anbauregion Bodensee in ihrem Leitbild zu verankern. Die Initiative für eine Gentechnikfreie Bodenseeregion steht ein für:
- Für den absoluten Schutz des Saatgutes und den Erhalt der biologischen Vielfalt
- Für gesunde Lebensmittel und eine eigenständige, mit der Natur arbeitende Landwirtschaft
- Für Wert-bewusste Einkaufsentscheidungen und echte Wertschöpfungskreisläufe

Dezember 2006

Am 8. Dezember 2006 beantwortete der Bundesrat ein Postulat zum Schutz der Saatgutproduktion und -vermehrung vor Gentech-Kontamination. Der parlamentarische Vorstoss verlangte eine Abklärung, wie die Flächen für Saatgutproduktion und Saatgutvermehrung in der Schweiz einem speziellen Schutzstatus unterstellt werden können. Der Bundesrat beantragte die Ablehnung des Postulates, da die Schaffung eines speziellen Schutzstatus einen zusätzlichen Aufwand, aber keinen zusätzlichen Nutzen bringen würde. Die Gewährleistung einer Produktion und Vermehrung von Saatgut hoher Reinheit sowohl im biologischen Landbau als auch bei anderen Produktionsmethoden würde durch die vorgesehene Koexistenzverordnung angestrebt. Zusätzliche Schutzmassnahmen drängten sich nicht auf.

Dezember 2006

Der Bundesrat nimmt Stellung zu einer betreffend einer Senkung der GVO-Deklarationslimite für Saatgut. Der parlamentarische Vorstoss verlangte, die GVO-Deklarationslimite für Saatgut in der Saatgutverordnung von 0,5 Prozent auf 0,1 Prozent abzusenken. Der Bundesrat lehnt die Motion ab, ist aber bereit, den 0.5%-Toleranzwert für Saatgut allfällig bei der Ausarbeitung der Koexistenzverordnung zu prüfen.

Juli 2006

An der öffentlichen Tagung „Grenzenlos Grün“ in Rheinau trafen sich am 1. Juli Grüne aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und der EU. Sie diskutierten, wie die gentechnikfreie Landwirtschaft nachhaltig geschützt werden kann und fordern einen gesetzlich verankerten Schutzstatus für die Biosaatgutproduktion.

März 2006

Die SAG beantragt am 6. März 2006 in ihrer Musterstellungnahme zur Freisetzungsverordnung (Artikel 8 Absatz 4 Buchstaben f (neu)), Gebiete für die Saatgutvermehrung unter besonderen Schutz zu stellen. Flächen, in denen Saatgut produziert wird, sollen durch die FrSV besonders geschützt sein, denn auch Saatgut ist eine zentrale Stütze, um die verlangte Wahlfreiheit der Konsumentinnen und Konsumenten sicherzustellen.

Projekt Gen Au Rheinau

Die Stiftung Fintan Rheinau und ihr Förderverein engagieren sich für den Biosaatgut-Schutz. Es geht um den Schutz der biologisch-dynamischen und biologischen Saatgutarbeit in Europa, die Vermehrung und züchterische Bearbeitung hunderter Gemüse- und Getreidesorten sowie die Entwicklung neuer, zeitgemässer Pflanzensorten in Zusammenarbeit mit - und nicht gegen die Natur. Sorten, die von nachhaltig arbeitenden Bauern rund um die Welt genutzt werden können und die für Biobauern unentbehrlich sind, sollen erhalten und entwickelt werden.

Mai 2004

Die Europäische Kommission plant die Einführung von Grenzwerten für die "zufällige oder technisch unvermeidbare" Verunreinigung von herkömmlichem Saatgut mit gentechnisch veränderten Sorten. Eine Richtlinie, die bis zu 0,3 % GVO in Saatgut von Mais und Raps ohne Kennzeichnung vorsah, sollte im September 2004 verabschiedet werden. Nach heftigen Protesten zog die Kommission den Vorschlag zurück.

30.01.2014 | Saatgut

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Die Studie "Concentration of Market Power in The EU Seed Market" zeigt einen markanten Rückgang der Arten und der Sorten.

Die EU streitet zur Zeit um eine neue Saatgutverordnung. Eine von den Grünen in Auftrag gegebene Studie zeigt, wie gross der Handlungsbedarf ist. In Europa nimmt die Konzentration auf dem Saatgutmarkt weiterhin stark zu. 95 Prozent des Gemüsesaatgutes wird von nur fünf Unternehmen gesteuert. Bei den Zuckerrüben stammen 86 Prozent von den vier grössten Anbieter. Beim Mais liegt der Anteil der grössten fünf Anbieter (Pinoeer, Syngenta, Limagrain, KWS, Monsanto) bei 75 Prozent. Etwas besser sieht es beim Weizen aus. Dort stammt die Hälfe des Saatgutes aus hofeigenen Quellen. Die FAO schätzt, dass die Vielfalt der Kulturpflanzen alleine im 20. Jahrhundert um 75 Prozent zurückgegangen ist. Ein Reichtum der Arten ist für die ausgewogenen Ernährung der Menschheit aber äusserst wichtig.

170406Syngenta Demo 10 2Aktivistinnen und Aktivisten der Basler Bewegung «March against Monsanto & Syngenta» protestierten gegen die Übernahme von  Syngenta vor deren Hauptsitz in Basel. Bild: Meret Buser

Nach der Fusion von Dow-Dupont bewilligte die Europäische Kommission auch die Übernahme Syngentas durch ChemChina. Und eine weitere Fusion steht an. Vor Jahresende muss die EU Behörde auch über die Fusion von Bayer und Monsanto entscheiden. Mit diesen Zusammenschlüssen würde die Konzentration in der weltweiten Saatgut- und Pflanzenschutz-Branche bisher unerreichte Ausmasse annehmen. „Wir sind enttäuscht über den Entscheid der EU-Kommission. Anstatt die Macht der transnationalen Konzerne einzuschränken und die Demokratie zu stärken, lässt die EU-Kommission zu, dass das Oligopol der Agromultis weiter an Marktmacht gewinnt“, meint Ueli Gähler von der Organisation Multiwatch. In einem offenen Brief hatten 200 Organisationen aus ganz Europa, darunter die SAG, die EU-Wettbewerbskommissarin Ende März aufgefordert, die Auswirkungen der anstehenden Fusionen im Agrarbereich in ihrer Gesamtheit zu betrachten und abzulehnen.

Patent
EU-Parlament fordert Stopp für Patentierung Bild: Greenpeace

Die EU-Parlamentarier verlangen, dass Pflanzen, Saatgut, züchterische Merkmale und genetische Anlagen als nicht patentierbar eingestuft werden. Pflanzenzüchter sollen grundsätzlich nicht durch Patente am Zugang zu biologischer Vielfalt gehindert werden, die sie für die Züchtung neuer Sorten benötigen. Die Abgeordneten fordern, dass die bereits bestehenden Verbote in den Patentgesetzen, die Pflanzensorten und im Wesentlichen biologische Verfahren zur Züchtung ausdrücklich von der Patentierung ausnehmen, nicht länger durch eine falsche Rechtsauslegung des Europäischen Patentamts (EPA) unterlaufen werden dürfen.

29.05.2013 | Saatgut

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Auch in Chile fand der Facebook Aufruf grossen Zuspruch. Quelle: Reuters

Tausende Gegner von gentechnisch veränderten Lebensmitteln haben am vergangenen Wochenende weltweit gegen den Saatgutriesen Monsanto demonstriert. Initiiert wurde die Protestbewegung über Facebook von der Aktivistin Tami Canal, die vor drei Monaten ihre Facebookseite aufstartete. Unterdessen verzeichnet ihre Seite über 150'000 Likes.
Laut Organisatoren fand der "Marsch gegen Monsanto" in über 436 Städten und 52 Ländern statt. Im argentinischen Córdoba protestierten mehrere Tausend Menschen gegen den Bau einer Gen-Saatgutfabrik. Im niederländischen Wageningen versammelten sich laut Organisatoren rund 3'000 Demonstranten vor dem dortigen Sitz von Monsanto und hielten Schilder mit  Aufschriften wie "Monsanto tötet" oder "Rettet die Biodiversität". In Amsterdam protestierten etwa 1.200 Menschen. Auch in Wien, Berlin und Zürich versammelten sich mehrere hundert Demonstranten und marschierten durch die Innenstädte.

170327fusionProtest gegen die "Hochzeit" der Agrarriesen Bayer und Monsanto vor dem Hauptsitz der EU in Brüssel. Bild: Foee

Rund 200 Organisationen, unter ihnen auch die SAG und weitere Organisationen aus der Schweiz haben die EU-Kommission aufgefordert, die geplanten Fusionen der weltgrößten Agrarchemie- und Saatgutkonzerne zu verhindern. Denn die angekündigten Zusammenschlüsse von Bayer und Monsanto, Syngenta und Chem-China sowie Dow Chemical und Dupont würden zu einer inakzepta­blen Oligopolstellung führen. Das Bündnis aus bäuerlichen, entwicklungspolitischen, kirchlichen, Lebensmittelhandwerks- und Umweltorganisationen kritisiert in einem offenen Brief an die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, dass die angekündigten Zusammenschlüsse der sechs Agrarkonzerne die Marktmacht weiter konzentrieren und zu einer inakzeptablen Oligopolstellung führen würden.